Persone

Reisen in Zeiten der Pandemie

27 maggio 2021

Wie ist es, mitten in einer Pandemie, auf einen anderen Kontinent zu reisen? Wir haben mit Anna Gasser gesprochen, die für ein wichtiges Projekt der TopControl für mehrere Wochen in Chile war.

TopControl mit Sitz in Terlan ist einer der führenden Anbieter für elektronische Automatisierung in der Obstindustrie und im Lebensmittelsektor. 2018 war bereits Annas Kollege Martin Graiss in Chile, um ein Softwareprojekt bei einem der weltgrößten Kirschenproduzenten zu installieren. Mittlerweile ist der Kirschenproduzent zum Stammkunden des Südtiroler Unternehmens geworden. „Der Kunde wächst ständig weiter, weshalb es auch neue Systeme braucht, bzw. diese in bestehende integriert werden müssen. Vor Weihnachten war es also so weit und ich durfte nach Chile reisen“, erklärt Anna Gasser.

Reisen in der Pandemie ist keine Selbstverständlichkeit

Anna Gasser auf Arbeitsreise in Chile.

Corona-bedingt ist das Reisen aber auch aus geschäftlichen Gründen im Moment keine Selbstverständlichkeit. „Der Kunde musste zuerst einen Antrag stellen, dass es sich um einen dringenden Einsatz handelt. Nachdem dieser von der chilenischen Regierung autorisiert wurde, musste ich ins chilenische Konsulat nach Mailand fahren. Dort wurden Fotos von mir gemacht und ich erhielt dann den Schein, den ich brauchte, um ins Flugzeug steigen zu können. Zudem war selbstverständlich ein negativer PCR-Test notwendig“, berichtet Anna.

Sicherheitsmaßnahmen werden streng eingehalten

Der Flug über Madrid verlief problemlos – da er aber lange dauerte, war vor Ort sofort ein neuer Test notwendig. „Das ging zum Glück alles recht schnell und wir konnten dann gleich ins Hotel fahren. Das Leben in Chile war zu diesem Zeitpunkt relativ entspannt. Die Zone, in der wir waren, war auf Stufe 2 – in Chile gibt es 5 Stufen, wobei 1 Normalität bedeutet. Restaurants und Geschäfte waren geöffnet und wir konnten das südamerikanische Leben genießen. Die Masken wurden von allen ständig getragen, man merkt, dass das Gesundheitssystem nicht so gut ist bzw. teuer, weshalb die Menschen darauf achten, die Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten. Sie werden akzeptiert und es wird nicht dagegen protestiert, so wie es bei uns immer wieder der Fall ist.“

Anna gefällt die südamerikanische Mentalität, die Offenheit der Menschen. „Mit einer Mischung aus spanisch, italienisch und englisch kann man sich recht gut verständigen. Ich war bereits zum zweiten Mal dort und finde das Land total faszinierend. Auch der Wein ist lecker“, fügt sie lachend hinzu.

Faszination Chile: auch wenn sie beruflich unterwegs war, konnte Anna Gasser einiges entdecken.

6 Wochen in Chile, dann 2 Wochen Quarantäne in Südtirol

Nach 6 Wochen in Chile ging es wieder zurück nach Südtirol – und erst einmal in eine 2-wöchige Quarantäne. „Da habe ich im Homeoffice gearbeitet. Zu meinen Aufgaben im Software-Support zählt es, neue Projekte zu installieren, zu warten, die Kunden zu unterstützen und deren Probleme zu lösen. Wenn ich nicht vor Ort bin, mache ich dies vom Büro – oder eben vom Homeoffice aus.“

Jobpläne geändert

Zu ihrem Job im Software-Support bei Topcontrol ist Anna über Umwege gekommen. Eigentlich wollte sie nämlich Goldschmiedin werden. „Nach der Mittelschule habe ich 2 Jahre die Gewerbeoberschule besucht, aber nur, um die erforderlichen Pflichtschuljahre zusammenzubekommen, damit ich mir dann meinen Traum von der Goldschmiedin erfüllen kann. Ich hab die Ausbildung in Kärnten begonnen, nach 3 Jahren war ich aber sicher, dass es doch nicht mein Traumberuf ist. Nach ein paar Jahren in der Gastronomie war ich auf der Suche nach einer neuen Herausforderung, und hab Bewerbungen verschickt, u.a. für eine Stelle in der Verwaltung bei TopControl. Beim Bewerbungsgespräch sind dann meine Jahre in der Gewerbeoberschule und mein technisches Interesse herausgekommen – und so hab ich in der Verwaltung angefangen und mich dann langsam in den Support eingearbeitet.“

Egal ob Frau oder Mann, man muss sich trauen

Als Frau wird sie am Telefon oft als Sekretärin wahrgenommen – doch wenn dieser erste Moment überbrückt ist, dann ist es eigentlich für alle normal, dass sie die Technikerin ist. „Ich finde, wenn einem etwas interessiert, dann soll man es machen. Egal ob Frau oder Mann, man muss sich trauen.“