Persone

Finance in New York

30 giugno 2021

Seine Karriere betreibt der 24-jährige Maximilian Eisendle aus Schabs sehr zielgerichtet: noch im Finance-Master der unibz in NYC hat er bereits mit Dr. Schär USA ein Praktikum vereinbart.

Der Start in die USA war mehr als spannend, denn Maximilian und seine Kommilitonen wussten bis knapp 20 Tage vor Semesterstart nicht, ob es mit dem Studentenvisum klappen würde. Sie hatten bereits Anfang November die Papiere eingereicht, aber erst für Anfang Januar in der Botschaft einen Termin erhalten. „Demnach wusste ich erst knapp vor Semesterstart, dass ich überhaupt in die USA einreisen und nach New York ziehen darf, denn eine Einreise ist ausschließlich vor Semesterstart möglich“, erzählt der aus Schabs bei Brixen stammende Eisendle. Der Jänner war entsprechend hektisch und mit Packen und Wohnungssuche ausgefüllt. Wobei dem Studenten die Coronakrise zuspielte, da die Wohnungspreise stark gesunken waren und er mitten in Manhattan eine WG zu einem vernünftigen Preis beziehen konnte.

Einleben in New York

Maximilian Eisendle am Baruch College in New York

„Mittlerweile bin ich seit vier Monaten in der Stadt und habe mich gut eingelebt. Die Stadt ist einfach wunderbar und mit dem Frühling kam die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr in die Normalität“, erzählt er über sein Leben in New York City, das ihn von Beginn an begeistert hat. „Mitte Februar konnten die Restaurants und Bars wieder öffnen und mittlerweile gehen wir auch ins Kino. Die Impfungen laufen schnell voran und seit Anfang April dürfen sich alle Erwachsenen ohne Einschränkung impfen lassen.“ Er selbst ist seit Anfang Mai vollständig geimpft.

Für Maximilian Eisendle war die Möglichkeit, ein Double Degree zu erlangen, wesentlicher Bewerbungsgrund für den Master in Accounting and Finance in Bozen. Und der Ausblick auf ein Studium am Baruch College in New York City motivierte zudem, weswegen er sich ins Studium hineinkniete und hocherfreut war, eines der begehrten Stipendien zu gewinnen: „Meine Freude war riesig, als ich im Februar 2020 erfahren habe, eines der Stipendien gewonnen zu haben und Teil des Double-Degree-Programms zu sein. Denn es ist der Traum eines jeden Finance-Studenten, in New York City, dem Zentrum der Finanzwelt, studieren zu können.“

Zudem war er in der glücklichen Lage, seinen Sponsor wählen zu dürfen, und da er bereits bei der Südtiroler Sparkasse ein Praktikum absolviert hatte und von der Ausrichtung der Bank begeistert war, fiel ihm die Wahl leicht: „Ich bin der Südtiroler Sparkasse wie den anderen Sponsoren sehr dankbar, dass sie die Bedeutung von Auslandserfahrungen für Studierende erkannt haben und dieses Double-Degree-Programm unterstützen.“

 

 

Vergleich zweier Studienmodelle

Maximilian Eisendle selbst geht seinen Weg konsequent: Nach seinem Bachelor in Management und Economics mit Spezialisierung in Finanz- und Risikomanagement an der Universität Innsbruck im Jahr 2018 entschloss er sich bewusst für ein „gap-year“ mit zwei fünfmonatigen Praktika. „Das erste absolvierte ich im Bereich Private Banking bei der Südtiroler Sparkasse, welches mir einen tiefen Einblick in die Vermögensverwaltung verschaffte. Dem folgte ein Praktikum im Unternehmen Fercam AG, wo ich dem CFO in seinen täglichen Aufgaben assistieren durfte.“

Damit brachte er sein Wissen aus dem Bachelorstudium zur Anwendung, was er jedem Studierenden nur empfehlen würde. Dem folgte das aufbauende Masterstudium Accounting and Finance an der unibz. Mit dem Wechsel ans Baruch College kann Eisendle auch die zwei Lehrmodelle gut vergleichen: „In den USA legt man mehr Wert auf Projekte und die zu verfassenden „papers“ als auf eine einzelne Abschlussprüfung, weswegen sich das Lernen sehr gut über das ganze Semester verteilt und somit mehr als Prozess gesehen wird. Die vielen Fallstudien ergänzen mit ihrem starken Praxisbezug das Konzept.“

Obwohl seit Jänner in New York, besuchen die Studierenden der unibz ihre Vorlesungen noch immer online. Dennoch ist es eine große Erleichterung gegenüber Sommer und Herbst 2020, als sie ihre Vorlesungen aufgrund der Zeitverschiebung von Mitternacht bis 3 Uhr morgens mitverfolgten: „Da die meisten Professoren am Baruch College auch an der Wall Street arbeiten, finden Vorlesungen hier normalerweise von 18-21 Uhr statt“, erläutert Eisendle das Konzept. Der Online-Modus machte es aber anfangs schwierig, einen neuen Freundeskreis aufzubauen. „Als internationale Studierende hatten wir einen Kurs in Präsenz, durch den wir mit Kommilitonen aus der ganzen Welt Freundschaft schließen konnten“, zeigt er sich erleichtert.

Praktikum im Unternehmen

Mit Spannung blickt er nun auf sein Sommerpraktikum bei Dr. Schär USA, das ihm die unibz vermittelte. „Dr. Schär ist ein faszinierendes Unternehmen und in einem spannenden, zukunftsweisenden Sektor tätig. Ich werde dort der Vice President of Finance assistieren und somit einen weiteren Einblick in die Aufgaben der Finanzchefin eines Unternehmens erhalten. Diese laufen von der Planung der Kapitalflüsse über Working Capital Management bis hin zum Hedging; die spannenden Aufgabenbereiche und der direkte Kontakt zum Top Management haben mich sofort von diesem Praktikum überzeugt.“

Bei Dr. Schär USA ist man ebenso auf die Zusammenarbeit gespannt, schlägt sie doch die Brücke des Familienunternehmens aus Südtirol über die/gemeinsam mit der Uni Bozen hin zu einer Zusammenarbeit in den USA: „Uns freut es, wenn junge Menschen ihre Komfortzone verlassen und sich in einem für sie neuen Land und neuen Betrieb Herausforderungen suchen. Wir selbst glauben an den Wert eines internationalen Praktikums und freuen uns, Maximilian Eisendle diese Lernerfahrung bieten zu können, stellt es doch eine Gelegenheit dar, Wissen aus dem Master anzuwenden und Fähigkeiten in einem professionellen Umfeld aufzubauen. Hinzu kommt nicht zuletzt die interkulturelle Komponente in einem amerikanischen Umfeld, weswegen wir uns freuen, Maximilian bei uns begrüßen zu dürfen!“

Planen für die Zukunft

Für den Südtiroler selbst steht in den kommenden Monaten noch einiges an: „Die Masterarbeit schreibe ich zwar auch im Sommer, aber nicht als Teil des Praktikums. Inhaltlich dreht sie sich um Investitionen spezieller Investmentfonds in nicht börsennotierten Unternehmen, ist also im Bereich Private Equity angesiedelt. Diese Investitionen beziehen sich auf die verschiedenen Phasen, in denen sich das jeweilige Unternehmen befindet. Solche Phasen sind zum Beispiel der Unternehmensstart, die Wachstumsphase, der Turnaround oder das Buyout. Ein Fond spezialisiert sich meist auf eine dieser Phasen. In meiner Masterarbeit beschäftige ich mich mit Unternehmen, die sich in einer Turnaround-Phase befinden und von einem Private Equity Fond übernommen werden.“ Dabei wird Eisendle anhand statistischer Modelle versuchen herauszufinden, ob diese Private Equity Fonds tatsächlich für einen gelungenen Turnaround verantwortlich sind.

Was nach dem Herbst und seinem Abschluss an beiden Universitäten kommen wird, ist noch unklar. „Ich habe mir noch die Möglichkeit für ein Optional Practical Training for F1 Students offengehalten. Dieses ermöglicht es internationalen Studierenden, nach dem Abschluss für ein Jahr in den USA zu arbeiten. Da unser Abschluss Teil des STEM-Programmes (Science, Technology, Engineering, Mathematics) ist, könnte diese Arbeitserlaubnis sogar um weitere 24 Monate verlängert werden.“

Noch ist alles offen, ob USA, Schweiz oder Südtirol. „Denn eines habe ich den vergangenen Monaten sicher gelernt: immer flexibel zu bleiben und versuchen, bestmöglich auf neue Situationen zu reagieren“, so Maximilian Eisendle.

 

(in Zusammenarbeit mit unibz