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Covid-Prävention im Betrieb ist Chefsache

1 Febbraio 2021

Bei der GKN Driveline in Bruneck werden keine Kosten und Mühen gescheut, um für höchste Sicherheit im Unternehmen zu sorgen. Covid ist Chefsache.

Die Corona-Infektionszahlen in Südtirol sind weiterhin hoch. Die gesamte Bevölkerung muss ihren Beitrag leisten, damit wir die Situation in den Griff bekommen. Einen ganz konkreten Beitrag leisten viele Unternehmen in Südtirol. Wir haben mit Alexander Burger, Geschäftsführer der GKN Driveline in Bruneck gesprochen, der uns erzählt hat, was in seinem Unternehmen für die Sicherheit in Covid-Zeiten getan wird.

Herr Burger, die GKN hat sich mittlerweile ja an mehreren Massentests beteiligt. Wie ist ihre Erfahrung damit?

Alexander Burger ist Geschäftsführer der GKN Driveline in Bruneck.

Wir haben uns nicht nur an den Massentests beteiligt, sondern wir haben nie aufgehört, zu testen. Seit Jahresbeginn werden fast alle Mitarbeiter (außer jene im Smart Office) wöchentlich Covid-19 getestet. Die Beteiligung ist sehr hoch und liegt bei über 90 Prozent. Mitte Oktober 2020 haben wir eine eigene Räumlichkeit zur Teststation umgebaut, Krankenschwestern engagiert, die Antigen-Schnelltests besorgt und mit dem betriebsinternen Testen begonnen. Umfangreiches Testen ist, neben den bekannten Hygienemaßnahmen, eine sehr wirksame Aktion um die Ausbreitung des Virus zu begrenzen. Diese Teststation betreiben wir gemeinsam mit unseren beiden Nachbar-Betrieben, der GKN Sinter Metals und der Intercable. So haben wir 3 Unternehmen zusammen insgesamt ca. 8.000 Tests seit Mitte Oktober durchgeführt.

Wenn jemand Symptome hat, mit einem Infizierten Kontakt hatte, oder einfach im Zweifel ist, dann kann er sich schnell testen lassen. So gibt es rasch Gewissheit und intern kann sofort contact tracing gemacht werden

Das heißt ganz konkret, dass jemand, der ein Halskratzen verspürt, sich umgehend testen lassen kann?

Ja, ganz genau. Wenn jemand Symptome hat, mit einem Infizierten Kontakt hatte, oder einfach im Zweifel ist, dann kann er sich schnell testen lassen. So gibt es rasch Gewissheit und intern kann sofort contact tracing gemacht werden. Weiters werden regemäßige statische Stichproben gemacht. Enge Kontakte sind im Homeoffice und werden ggf. alle zwei-drei Tage getestet.

Stichwort Smart-Working: Immer noch eine Maßnahme?

Ja, Homeoffice wurde bei uns nie ausgesetzt. Im Schnitt haben wir rund die Hälfte von insgesamt 250 Mitarbeitern in der Verwaltung im Homeoffice. Auch wenn es für beide Seiten nicht immer die optimale Lösung ist, muss es sein. Teilweise versuchen wir, die Mitarbeiter in Rotation im Smart-Working zu lassen, aber es gibt auch Mitarbeiter/Abteilungen von globalen Funktionen, die leider seit März nicht mehr im Betrieb waren. Aber Dauer-Smart Office ist weder für den Mitarbeiter noch für den Betrieb eine gute Lösung!

In der Produktion ist Smart Office nicht möglich. Wie wird dort die Situation gehandhabt?

Seit mittlerweile einem Jahr haben wir ein Sicherheitsprotokoll, das natürlich Maske, Abstand, Hygienemaßnahmen und viele Maßnahmen mehr vorsieht. Die interne Task-Force Corona passt dieses Protokoll ständig an. Nach einigen Erleichterungen im Sommer ist es mittlerweile wieder ziemlich lang geworden.

Wer gehört dieser Task-Force an?

Covid ist bei uns Chefsache. Der Task-Force gehöre deshalb u.a. ich an, der Personalverantwortliche, das Produktionsmanagement, Beauftrage für Arbeitssicherheit aber auch teilweise Vertreter der Mitarbeiter. Gemeinsam mit dem Betreiber der Mensa haben wir so z.B. entschieden, was umgebaut werden muss, wie die Buffets bzw. die Essensausgabe neu organisiert werden muss. Auch Plexiglas-Abtrennungen wurden angeschafft.

Welche Maßnahmen wurden sonst noch ergriffen?

Sowohl in der Verwaltung als auch in der Produktion kommt regelmäßig ein Desinfektionsdienst, die Pausenräume/Kaffeeautomaten dürfen leider nicht mehr genutzt werden, Besucher gibt es praktisch keine mehr. Kommt doch jemand, so verlangen wir einen negativen Test bzw. lassen gleich selbst testen.

In einem internationalen Unternehmen wie der GKN standen ja Geschäftsreisen an der Tagesordnung. Wie wird damit umgegangen?

Reisen (In- und Ausland) gibt es bei uns kaum mehr. Wenn, dann natürlich nur mit Tests oder Quarantäne, je nachdem, wie es die einzelnen Länder vorschreiben. Ich glaube auch nicht, dass wir in Zukunft wieder so viele Geschäftsreisen machen werden, wie die Jahre vor der Pandemie.

Wir waren nach den Weihnachtsferien sehr besorgt, aber die Situation hat sich nicht verschlechtert.

Kommt ihnen vor, dass die ergriffenen Maßnahmen wirken?

Ja, wir sind eigentlich sehr zufrieden. Die Positivitätsrate bei den wöchentlichen Tests der Belegschaft liegt aktuell weit unter einem Prozent. Wir waren nach den Weihnachtsferien sehr besorgt, aber die Situation hat sich nicht verschlechtert. Ich denke, es ist eine Kombination aus allen Maßnahmen und das verantwortungsvolle Verhalten vieler Mitarbeiter, das wirkt. Wir kontrollieren natürlich auch intern – meist ist es der Vorgesetzte – dass sich alle an die Vorschriften halten und gibt es Infektionsfälle, wird sofort ein contact tracing eingeleitet.

All diese Covid-Maßnahmen kosten ja sicher auch viel Geld?

Alleine für die Covid-Teststation haben wir im Jahr 2020 50.000 Euro ausgegeben. Dazu kommt natürlich die Schutzausrüstung, die Desinfektion, Umbauten, Anpassungen etc. – um die 100.000 Euro im vergangenen Jahr werden es schon gewesen sein. Der Betrieb muss weiterlaufen, die Sicherheit der Mitarbeiter muss gewährleistet sein – deshalb wird das Geld investiert. Natürlich hoffen wir, dass sich die Situation bald bessert, denn wir alle sind Pandemie-müde!